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Wahrnehmung zum Anfassen

Was heißt hier „süchtig“ nach Internet?: Ein Ausflug zu den Grenzen zwischen intensivem Spaß und Suchtverhalten


Wenn Menschen am Smartphone, am Tablet, am Computer oder an der Spielkonsole einen Großteil des Tages und ggf. auch noch der Nacht verbringen, können das einfach nur moderne Lebenswelten sein – es können aber auch Suchtprobleme vorliegen. Besonders wenn diese Menschen die Kontrolle über ihr Onlineverhalten verloren zu haben scheinen: Sie können beispielsweise nicht aufhören, obwohl akut wichtige familiäre, schulische oder berufliche Angelegenheiten zu regeln sind. Sie tauchen in der Schule, am Studienort oder am Arbeitsplatz mit deutlichen Anzeichen von Schlafmangel oder gar überhaupt nicht auf. Sie können nicht einmal beim Essen, beim Arzt oder im Konzert ihr Smartphone aus der Hand legen. Moderne Lebenswelten… oder Suchtprobleme?

Nahezu alle 82 Millionen Menschen in Deutschland dürften mittlerweile mit mehr oder weniger Zeitaufwand Internettechnologien nutzen – sei es am Smartphone, am Tablet oder am Computer. Epidemiologische Studien, wie die PINTA-Studie, schätzen, dass etwa 1% von ihnen internetsüchtig sein dürfte. Das sind mehr Personen als die Bevölkerung von Fürth, Nürnberg und Erlangen zusammen. Wo liegen die Probleme dieser Menschen und was wissen wir über sie? Was ist gesicherte Erkenntnis, wo gibt es Zweifel und welche Fragen sind noch offen?


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Dr. Kay-Uwe Petersen

...ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Projektleiter der Sektion Suchtmedizin und Suchtforschung des Universitätsklinikums Tübingen. Vor 2011 war er in gleicher Funktion am Deutschen Zentrum für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters in Hamburg beschäftigt. Neben seiner Forschung zu psychotropen Substanzen wie Tabak, Cannabis und MDMA führt er seit 2006 Forschungsprojekte zu internetbasiertem Suchtverhalten durch, zuletzt die empirische Studie „Angebote bei internetbasiertem Suchtverhalten“ für das Bundesgesundheitsministerium.

Dr. Kay-Uwe Petersen ist zudem Projektleiter des jährlich im Februar veranstalteten, EU-weiten "Safer Internet Day", der Menschen aller Altersgruppen auf den sicheren Umgang im und mit dem Internet aufmerksam macht.

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