erleben, staunen, begreifen

Wahrnehmung zum Anfassen

Künstliche Seelen: Was wir von Computern über uns selbst lernen können.


Das Wort 'Seele' ist der wissenschaftlichen Psychologie eher peinlich! Es hängt zu viel Weihrauch, Kirche, Unsterblichkeit, usw. daran. Dabei gibt es eine alte Begriffsbestimmung, die als Grundlage einer wissenschaftlichen Psychologie sehr geeignet erscheint, nämlich die Seelendefinition von Aristoteles. Sie lautet kurz und bündig: "Die Seele ist das Steuerungsprinzip eines Körpers, der dadurch, dass er gesteuert wird, Leben hat."

Wie kann man das Steuerungssystem "Seele" verstehen? Der "objektiven" Beobachtung ist die "Seele" nur in geringem Maße zugänglich. Es gibt noch einen anderen Weg: Der Nobelpreisträger für Physik Richard Feynman meinte: "What I cannot create I do not understand." Also hat Dietrich Dörner versucht, die Seele im Computer nachzubauen. Und dieser Versuch ist gelungen. Er hat künstliche Lebewesen geschaffen, die Hunger und Durst haben, Freunde und Feinde, ein Bedürfnis nach Wissen, ein Bedürfnis nach Stolz und Selbstwertgefühl. Diese "künstlichen Seelen" haben Gefühle, ein Gedächtnis, können denken, haben Sex, bekommen Kinder, erziehen diese Kinder. All das ist möglich mit einer relativ einfachen Struktur. In seinem Vortrag wird Prof. Dörner diese Seelen "live" demonstrieren und die Grundstruktur der Seele als „Steuerungsprinzip“ darstellen.


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Prof. Dr. Dr. Dietrich Dörner


...ist Emeritus of Excellence an der Trimberg Research Academy der Universität Bamberg, wo er zuletzt als Direktor des Instituts für Theoretische Psychologie tätig war. Nach Professuren in Düsseldorf und Gießen leitete er den Lehrstuhl für Allgemeine Psychologie und Methodenlehre in Bamberg sowie die Max-Planck-Projektgruppe für Kognitive Anthropologie in Berlin. Er beschäftigt sich mit dem Denken und Handeln in komplexen oder unsicheren Situationen und wurde unter anderem für seine Forschung mit computergestützten Simulationsspielen bekannt. Auch untersuchte er Möglichkeiten künstlicher Intelligenz und entwickelte einen emotionalen Roboter.


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