erleben, staunen, begreifen

Wahrnehmung zum Anfassen

Gewaltphänomene im virtuellen Raum: Die Psychologie digitaler Aggression und digitaler Hasskulturen


Hetzkampagnen, Pöbeleien, Shitstorms, Cybermobbing - unser digitales Sozialverhalten lässt einiges zu wünschen übrig. Virtuelle Massenhetze oder das gezielte Schädigen einer Person vor großem Netz- Publikum sind Verhaltensformen, die wir in ihren digitalen Ausprägungen vor Facebook, Twitter & Co nicht kannten. Sie kommen nun Online in einer Art Sturmflut vor, die unsere Vorstellungskraft im alltäglichen Leben bei weitem übersteigt. Für viele Betroffene - ob Menschen oder Unternehmen - haben sie häufig schwerwiegende Auswirkungen. Rufmord, Verleumdungen sind oft schwer nachzuweisen, Gerüchte und Falschaussagen bleiben häufig am Zielobjekt haften. Dauerhaft psychische Auswirkungen oder empfindliche Umsatzeinbußen können die Folge sein.

Moralische Regeln und Übereinkünfte scheinen sich also im virtuellen Raum zu verändern. Digital Handeln ist in unseren Köpfen häufig etwas Anderes - selbst, wenn wir dies gar nicht bewusst wahrnehmen. Dabei besteht auch die Gefahr, dass wir unser Gefühl für Ethik und Moral einbüßen und falsche Einstellungen zu einem Bestandteil unseres moralischen Mind-Set werden.  

Was passiert also mit unserem digitalen Sozialverhalten, wenn wir Online gehen? Welche Rolle spielen entkörperlichtes Handeln, physische & emotionale Distanz zu sich selbst und den Opfern (siehe digitale Empathie), digitale Wahrnehmungsfehler, emotionale Ansteckung oder Filter-Bubble? Welche Gefahren können wir für das physisch-reale Alltagsleben ausmachen? Führen Hass, Hetze und Gewalt im Netz zu einer Verrohung im öffentlichen und privaten Diskurs?  Und vor allem: Was können wir dagegen tun? Diese Fragen soll der Vortrag näher beleuchten.

 


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Dr. Catarina Katzer


... ist Volkswirtin, Soziologin und Cyberpsychologin. Sie promovierte und lehrte am Institut für Wirtschafts- und Sozialpsychologie der Universität zu Köln und zählt international zu den führenden Expert*innen auf dem Gebiet Cyberpsychologie, also Handeln, Fühlen und Denken im digitalen Raum. Zu ihrer Spezialdisziplin gehört der gesamte Bereich unseres negativen digitalen Sozialverhaltens. So hat sie erste Studien zu der Thematik „Cyberbullying und sexuelle Viktimisierung in den interaktiven Medien“ im deutschsprachigen Raum durchgeführt und publiziert (2005). Katzer leitet das Institut für Cyberpsychologie und Medienethik in Köln und ist Mit-Gründerin und Vorstand im Bündnis gegen Cybermobbing e.V. in Karlsruhe.

Ihr aktuelles Buch (dtv-Verlag) "Cyberpsychologie - Leben im Netz. Wie das Internet uns ver@ndert" erhielt auf der Frankfurter Buchmesse den Internationalen Business Book Award für das beste deutschsprachige Wirtschaftsbuch 2016.

 


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