erleben, staunen, begreifen

Wahrnehmung zum Anfassen

Science meets Art

vom 19. Februar bis 2. Juni 2013

„Science meets Art“ präsentiert wissenschaftliche Positionen der Bildenden Kunst: Die Werke von Oscar Reutersvärd, Dmitry Rakow, Nicholas Wade und Dieter Winge und Akiyoshi Kitaoka sind in einer experimentellen Auseinandersetzung mit mathematisch-naturwissenschaftlichen Themen entstanden. Ihre Ergebnisse „unmögliche Figuren“ einerseits, flirrende Farbfiguren andererseits sind präzise, geometrische Formmuster, die beim Betrachter überraschende wie irritierende Effekte erzeugen.

Informationen zur Ausstellung.

Der Rundgang

Paradoxe Konstruktionen sind im ersten bis dritten Stock ausgestellt. „Unmögliche Figuren“ sind geometrische Objekte, die sich zwar in der zweidimensionalen Ebene zeichnen, nicht aber dreidimensional nachbauen lassen. Die ausgestellten Exponate weisen eine beeindruckende Materialvielfalt auf: Der Besucher trifft in der Ausstellung auf unmögliche Figuren als farbige Grafiken, als filigrane Holzintarsien oder eingraviert in Spiegelglas.

Oscar Reutersvärd

geb. 1915 in Stockholm,
gest. 2002 in Lund

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Jede Zeichnung, d.h. jede Abbildung des dreidimensionalen Raumes in nur einer Ebene, ist eine Täuschung.

Die Objekte des Schweden Oscar Reutesvärd wurden mittels modernster Technik in Spiegelglas eingraviert.
Das Oeuvre des sprichwörtlichen "Vater der Unmöglichkeit" umfasst mehr als 2500 Objekte.

Ausgehend von der geometrischen Grundfigur des Würfels entwickelte Reutersvärd unmögliche Variationen: Dreiecke, Rechtecke und später auch endlose Bänder. Seine Figuren sind grundegend für mathematische Fragestellungen: So wird ihm die Gestaltung des Penrose-Dreiecks nachgesagt.

Auch Dmitry Rakov und Dieter Winge nehmen Bezug auf seinen Formenkanon. Die Werke der drei Künstler laden in der turmdersinne-Jubiläumsausstellung zum vergleichenden Sehen ein.

Ein sehr beliebtes Thema des Reutersvärdschen Spätwerks ist das Mäander und das sogennante "Wasserfallmotiv". Letzteres ist v.a. durch den Künstler M.C. Escher bekannt geworden.

Ausstellung im turmdersinne: "Unfassbar, erstaunlich, verquer. Unmögliche Figuren in Spiegelglas", Juli 2012 bis Januar 2013.

Werkauswahl: unmögliche Anordnung mit drei Würfeln / Variationen über ein unmögliches Dreieck / endlose Mäander / Sich selbst zusammenfaltend / Stufen auf gleicher Höhe / Mäander im Fenster.

Dmitry Rakov

geb. 1969 in Moskau
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„Ich versuche die Logik im Unrealisierbaren zu finden und suche so nach meinen Grenzen.“

Der Künstler, Ingenieur und Erfinder Dmitry Rakov bietet in seinen Grafiken ungewohnte Einblicke in die "vierte Dimension". Seine farbigen Konstruktionen erinnern an technische Zeichnungen beispielsweise an fiktive Schaltpläne aus der Luft- und Raumfahrttechnik. Der Formenkanon ist jedoch nicht gänzlich neu. Gerade das vergleichende Sehen zwischen den ausgestellten Exponaten ermöglicht Bezüge zu den Werken von Reutersvärd und Winge.

Ausstellung im turmdersinne: "Die Logik im Unrealisierbaren", Januar bis Juli 2006.

Werkauswahl: ABC / Helvetia / Babel / Labyrinth.

Dieter Winge

geb. 1931 in Nürnberg
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Der Nürnberger Schreinermeister Dieter Winge verarbeitet unterschiedliche Holzfurniere zu filigranen, handwerklich ausgereiften Intarsien. Dabei prägt die Farbigkeit der Hölzer (Mahagoni, Esche oder Ahorn) die jeweilige Perspektive des visuellen Raumeindrucks. Und obwohl seine unmöglichen Figuren flächig gearbeitet sind, erscheinen sie dem Betrachter auf dem erstem Blick dreidimensional.

Ausstellung im turmdersinne: "Illusionen in Holz", Juli 2006 bis Januar 2007.

Werkauswahl: No. 4c / No. 36 / No. 62 / No.30 / No. 113 / No. 117.

Im vierten und fünften Stockwerk des turmdersinne liegt der Schwerpunkt auf visuellen Wahrnehmungsphänomenen der Op-Art. Die beiden Wahrnehmungsforscher Akiyoshi Kitaoka aus Japan und Nicolas Wade aus Schottland – entwickeln auf der Grundlage bereits bekannter optischer Phänomene neue Täuschungen.

Nicholas Wade

* in Schottland
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Der schottische Wahrnehmungspsychologe Nicholas Wade verknüpft in seinen Werken Kunst und Wissenschaft. Grundlegend erforscht er Phänomene, die mit der Wahrnehmung von Punkten bzw. Kreisen in Zusammenhang stehen. Am bekanntesten sind seine "perceptual portraits", in denen er bekannte visuelle Phänome dazu verwendet, berühmte historische Persönlichkeiten aus den Disziplinen Neurowissenschaft und Kunst zu verewigen.

Ausstellung im turmdersinne: "OP ART SCIENCE - Kunst als Grundlage wissenschaftlicher Forschung", Januar - Mai 2009.

Werkauswahl: Perceptual portraits: Self / Ludwig Wilding / Kurt Koffka.

Akiyoshi Kitaoka

geb. 1961 in Kouchi
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Der japanische Wahrnehmungspsychologe Akiyoshi Kitaoka kreiert mit seinen künstlerischen Computergrafiken verblüffende Einblicke in die menschliche Wahrnehmung. Seine Werke beruhen auf bereits bekannten visuellen Phänomenen. Diese entwickelt der Professor für Psychologie und Neurowissenschaften zu hoch komplexen und ästhetisch anspruchsvollen Grafiken, die den Betrachter zum "Mitmachen" auffordern.

 Ausstellung im turmdersinne: "OP ART SCIENCE - Kunst als Grundlage wissenschaftlicher Forschung", Januar - Mai 2009.

Werkauswahl: Rotating Snakes / Expanding Cushin / Bulge / DNA / Tiger.

Informationen zur Ausstellung

Die Sonderausstellung ist vom 19. Februar bis zum 2. Juni 2013 im Nürnberger Hands-on-Museum turmdersinne am Westtor (Spittlertorgraben, Ecke Mohrengasse) zu sehen und im regulären Eintrittspreis enthalten.

Geführte Rundgänge durch die Sonderausstellung finden immer mittwochs am Monatsanfang von 18 bis 19 Uhr an nachfolgenden Terminen statt:

6. März / 3. April / 8. Mai.

Hierfür wird um Anmeldung telefonisch unter 0911 / 9443281 oder per E-Mail gebeten.

Künstler:
Akiyoshi Kitaoka,
Dmitry Rakow
,
Oscar Reutersvärd
,
Nicholas Wade,
Dieter Winge.

Konzept und Organisation:
Jana Marks

 

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